„Holocaust gezeichnet“ – Besuch einer denkwürdigen Ausstellung
Im Rahmen des Religionsunterrichtes besuchten unsere 10.-Klässler am 29. Januar im Matthäusgemeindehaus Ravensburg die Ausstellung „Holocaust gezeichnet“.
Die Auseinandersetzung mit den schrecklichen Geschehnissen während des Nationalsozialismus ist angesichts aktueller politischer Entwicklungen und vor allem wegen des erstarkenden Antisemitismus wichtiger, denn Jeh. Im Religionsunterricht beschäftigen sich die Schüler auch deshalb mit dem Holocaust. Fragen nach Schuld, Verantwortung, Verdrängung, Vergessen und Gedenken stehen dann im Mittelpunkt.
Jedes Jahr finden Ende Januar in ganz Deutschland und auch in unserer Region Gedenkfeiern statt, die an die Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz am 27. 01. 1945 und damit an die Gräuel der Nazis erinnern. Zu diesem Anlass holte das Evangelische Bildungswerk Oberschwaben die Ausstellung „Holocaust gezeichnet“ nach Ravensburg.
In dieser Ausstellung werden 19 Bleistiftzeichnungen der Holocaust-Überlebenden Ella Liebermann-Shiber gezeigt. Ergänzt werden dies Zeichnungen durch Videoclips, Fotos und kurze Audioaufnahmen, die die Schüler über ein Tablet individuell abrufen können. Die Ausstellung nimmt die Besucher auf eine emotionale und sehr nachdenkliche Zeitreise in die Vergangenheit mit.
Nach einer kurzen Führung durch die eindrückliche Ausstellung, erkundeten die 10.Klässler in kleinen Gruppen selbstständig und interaktiv die einzelnen Stationen und Ereignisse des Lebens und Leidens Ella Liebermann-Shibers. Aufmerksam, still und nachdenklich standen die Schüler vor Bleistiftzeichnungen, die SS-Männer, ausgehungerte Frauen und Krematorien zeigen.
Am Ende wurde in einem gemeinsamen Abschlussgespräch das Gesehene reflektiert und es wurde auf die Eindrücke, die gewonnen wurden, in einem einfühlsam geführten Sitzkreis eingegangen. Unter den 10.-Klässlern herrschte zuerst Sprachlosigkeit angesichts der Grausamkeiten, die einerseits jüdische Menschen in den Konzentrationslagern erleiden mussten und die andererseits von den Tätern verübt wurden. In den Äußerungen der Schüler wurde am Schluss aber sehr deutlich, dass heute zwar nicht die Schuld aber die Verantwortung für das Erinnern im Mittelpunkt stehen muss. Dieser Verantwortung darf sich niemand entziehen.
Ein weiterer Teil der Exkursion nach Ravensburg war das kurze Gedenken an Stolpersteinen in der Ravensburger Innenstadt, die sehr deutlich machen, dass der Holocaust nichts Fernes ist, sondern auch Opfer bei uns in Oberschwaben forderte.
Text & Bilder: Jochen Heilborn





